Achte auf diese Dinge beim Layout deines DIY Campervans

Julian beim Möbelbau im Kastenwagen

Eigentlich sollte es in Folge 3 um Fenster und Anbauten gehen. Wir haben umgeplant: Bevor man Löcher ins Auto schneidet, muss der Grundriss stehen. Wo ist das Bett, wo die Küche, wo der Wassertank? Erst daraus ergibt sich, wo Fenster und Dachluken hinkommen. Dennis und ich sprechen über ein kostenloses 3D-Programm, den Karton-Trick, Bettvarianten und die Dinge, die man gerne umsetzen möchte, aber nicht umsetzen kann.

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Ausbau-Fail der Woche

Ein Hörer war nach vielen Monaten Ausbau beim TÜV. Der Prüfer wollte das Solar-Setup nur als Ladung durchgehen lassen, und dafür müssen die Kabel ohne Werkzeug trennbar sein. Also: Verkleidung entfernt, stundenlang zum Leerrohr durchgearbeitet, Kabel mit der Zange getrennt. Und genau in dem Moment fiel ihm ein, dass die Kabel an den Modulen sowieso Steckverbinder haben. Klassischer Fall von: erst den Prüfer fragen, dann bauen.

Werkzeuge für die Planung

SketchUp ist kostenlos im Browser nutzbar (app.sketchup.com) und Dennis' Werkzeug seit dem ersten Van. Der Ablauf: Van grob ausmessen, als Rahmen anlegen, dann rechteckige Möbelkörper hineinstellen und verschieben. Sein wichtigster Tipp: Jeden Korpus nach dem Zeichnen gruppieren (Rechtsklick, Gruppieren), sonst verzerrt man beim Verschieben die ganze Konstruktion. Auch die großen Komponenten wie Kühlbox, Wassertank oder Standheizung legt er als Quader mit echten Maßen an und zieht sie ins Layout.

Wer keine Lust auf CAD hat, nimmt Kartons. Am besten große, dreidimensionale, etwa von Kühlschrank oder Dämmung, und stellt sie im Van dort auf, wo später die Möbel stehen. So spürt man, wie breit die Durchgänge wirklich sind, wie die Stehhöhe im Küchenbereich ist und ob die Arbeitsplattenhöhe passt. Ein Campingstuhl an der Stelle der Sitzbank simuliert das Raumgefühl. Und zu Hause in der Küche mal nachmessen, welche Tischhöhe und Arbeitshöhe einem taugt. In einem niedrigen Fahrzeug darf die Arbeitsplatte ruhig etwas tiefer sitzen.

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Unterkonstruktion drin, jetzt beginnt die Layoutplanung: Radkästen und Holme geben den Rahmen vor

Und ja, kleine Werbung in eigener Sache: Im 3D-Konfigurator auf dieser Seite wählt ihr eure Fahrzeuggröße und zieht Möbel, Querbett oder Längsbett einfach hinein, ohne sie erst zeichnen zu müssen. In fünf Minuten habt ihr ein Gefühl dafür, wie viele Schränke in euren Van passen, auch wenn ihr die Möbel am Ende selbst baut.

Die Grundsatzfragen

  • Trennwand: drin lassen, durch eine Holzwand mit Tür ersetzen oder komplett offen? Die originale Blechwand ist gewölbt und nimmt die Sitzform auf, platztechnisch optimal, aber die Möbel passen schlecht dran. Eine gerade Holzwand lässt sich sauber verplanen und schafft dahinter Stauraum für Campingstühle.
  • Drehsitze: erweitern den Wohnraum ums Fahrerhaus, man sitzt aber halb im Cockpit. Wir beide mögen die Trennung zwischen Wohnraum hinten und Fahrerkabine vorne lieber, das ist Geschmackssache.
  • Durchgang: Kompletter Durchgang, nur ein Notdurchstieg über die Küche oder gar keiner? Bei Regen direkt vom Fahrersitz ins Bett ist praktisch. Beim Freistehen ist es auch ein Sicherheitsaspekt: Wenn sich eine Situation nicht gut anfühlt, will man nicht im Dunkeln aussteigen, sondern nach vorne und wegfahren.
  • Hecktüren: Einstieg oder nur Zugang zu Staufächern? Die Schiebetür muss nicht komplett frei bleiben, die Hälfte lässt sich noch mit Küche zubauen.

Das Bett bestimmt das Layout

Das Bett ist das größte Möbelstück und entscheidet über alles andere. Die Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen:

  • Längsbett: volle Länge, aber viel Platz.
  • Querbett: platzsparend, bei großen Menschen mit Heckverbreiterungen (Longsleeper) kombinierbar. Darunter entsteht eine Heckgarage mit riesigem Stauraum, bei Dennis mit 120 bis 150 Liter Wassertank und trotzdem Platz für alles Große. Auch als Ausziehbett umsetzbar.
  • Hubbett: durchgehende Matratze, tagsüber an der Decke, darunter Sitzgruppe oder sogar Motorrad mit Rampe. Nachteile: weniger Stauraum als unter einem hohen Heckbett, und weil Kastenwagen nach oben schmaler werden, wird das Bett schmaler, im großen Kastenwagen etwa 1,40 Meter, im VW Bus mit Hochdach deutlich weniger.
  • Sitzgruppe zum Umbauen: Bei mir zwei gegenüberliegende Sitzbänke mit absenkbarem Tisch, als Bett 1,75 auf 2 Meter, als Sitzecke für acht Leute zum Kartenspielen. Nachteil: Jeden Abend Tisch absenken, Polster umlegen, Bezug drüber, und an den Stauraum in den Bänken kommt man im Bettmodus nicht. Ich würde es beim nächsten Mal anders machen, weil ich mich lieber einfach ins fertige Bett lege.

Die wichtigste Frage: Kann ich darin ausgestreckt liegen? Und die zweite: Will ich das Bett auch tagsüber zum Chillen nutzen, oder nehme ich den Umbauaufwand in Kauf?

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Hubbett in Dennis' e-Sprinter: tagsüber an der Decke, nachts mit durchgehender Matratze

Große Komponenten zuerst

Wenn ich ein Layout plane, habe ich immer alle großen Teile im Kopf: Wassertank, Abwassertank, Toilette, Kühlbox, Mülleimer, Elektrik, Standheizung. Und die Radkästen, die genau dort im Weg sind, wo man den Wassertank haben möchte. Dafür gibt es Tanks mit Radkastenaussparung. Ein bewährtes Muster: über dem einen Radkasten die Elektrik, über dem anderen das Wasser-Setup.

Grundregel kurze Wege: Waschbecken, Dusche und Wassertank nah beieinander. Wenn ein 20 Zentimeter langer Schlauch leckt, nimmt man eine Klappe ab und sieht es. Bei drei Metern Schlauch baut man den halben Van auseinander. Bei der Elektrik gilt das noch mehr: Batterie und Wechselrichter zusammen, weil dort große Ströme fließen, und ein Ladebooster mit 60 Ampere will keinen fünf Meter langen Kabelweg. Das spricht oft dafür, das Elektrik-Setup weiter vorne zu platzieren.

Die Standheizung braucht Luft um sich herum und ein Loch von etwa 15 mal 20 Zentimetern im Boden, außerdem müssen die Warmluftschläuche in Längsrichtung weiterführen können. Dennis' Tipp aus Erfahrung: Bodendurchbrüche für Standheizung, Duschablauf und Abwasser noch vor der Dämmung ins Blech schneiden, weil man sich unter dem Auto an den Sicken orientieren kann. Später die Dämmung an der Stelle wegschneiden, von unten auf die Bodenplatte anzeichnen, ausschneiden, festschrauben. Beim Elektrofahrzeug ist der Unterboden weitgehend von der Batterie belegt. Beim E-Sprinter ging ein Durchbruch nur hinter der Hinterachse, deshalb kamen Dusche und Waschbecken ins Heck und das Bett nach vorne. So erklärt sich ein ganzes Layout aus einer Einschränkung.

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Küchenzeile in Dennis' e-Sprinter: Wasser und Kochfeld sitzen nah beieinander

Dusche, Toilette und die Frage, wie ihr campt

Eine Duschkabine ist ein riesiger Kasten neben dem Bett und engt das Raumgefühl ein. Alternativen: Vorhanglösung oder nur eine Außendusche über Schlauch oder Wasserauslass in der Karosserie. Wer viel auf Campingplätzen steht und dort die Sanitäranlagen nutzt, braucht keine große Nasszelle und hat lieber eine größere Sitzecke. Wer autark steht oder zu zweit reist und einen abgeschlossenen Raum fürs Klo möchte, plant anders. Unser Tipp: Vor dem Ausbau verschiedene Van-Layouts mieten und ausprobieren. Oft merkt man erst dann, dass man die Dusche gar nicht wirklich braucht. Und baut den Van nicht zu voll mit riesigen Schränken, irgendwann fühlt man sich nicht mehr wohl.

Sonderwünsche: Fahrräder, Motorrad, Surfbrett

Besondere Hobbys beeinflussen das Layout stark. Ein Kunde von mir betreibt mit seiner Tochter Rennradsport, da war die Vorgabe klar: Querbett, darunter Heckgarage für die Räder, das Layout drum herum. Teure Fahrräder gehören nach innen, wegen Diebstahl und wegen der Meeresluft, die Metall in wenigen Wochen rosten lässt. Auch der Raum außerhalb des Vans lässt sich bespielen: Schwerlastauszüge im Heck für Outdoor-Küche oder Tisch, sogar ausziehbare Hängematten gibt es.

Fenster erst nach dem Layout

Dennis hat auf der linken Seite vorne bewusst kein Fenster eingebaut, weil dort die Duschkabine geplant war. Jetzt wird es wahrscheinlich doch ein anderes Layout. Genau deshalb: erst Grundriss, dann Fensterpositionen, dann im Fahrzeug prüfen, ob die Karosserie das an der Stelle überhaupt zulässt. Longsleeper und Fenster gehen nur dort, wo keine tragenden Holme sind. Für Dachluken gibt es bei vielen Fahrzeugen vorgesehene Stellen mit flacherem Blech, die den Einbau deutlich erleichtern.

Design und Fazit

Ein stimmiges Design erhöht den Wohlfühlfaktor: indirektes Licht unter den Sockeln, aufeinander abgestimmte Farben, vielleicht eine optische Raumtrennung aus Holzstreben. Pinterest und Instagram sind gute Inspirationsquellen. Das ist auch der große Reiz am Selbstausbau gegenüber dem Wohnmobil von der Stange mit den immer gleichen grauen Dekoren. Und egal wie gut ihr plant: Nach dem Ausbau fällt euch immer etwas auf, das ihr nicht bedacht habt. Das ist normal. Aber je mehr ihr mit echten Maßen vorher durchspielt, desto seltener steht ihr am Ende mit einem Kühlschrank da, der 500 Euro mehr kostet, weil nur ein Sondermaß passt.


Der Van-Ausbau Podcast mit Julian Weippert (JULI Vansystem) und Dennis Koburger erscheint auf Spotify, YouTube und überall, wo es Podcasts gibt. Fragen, Feedback und eure Ausbau-Fails schickt ihr uns auf Instagram an @vanausbaupodcast. Eine Bewertung auf Spotify hilft uns sehr.

Vorherige Folge: So klappt's mit der Wohnmobil-Zulassung nach dem Selbstausbau beim TÜV

Nächste Folge: DIY Dachträger auf dem Campervan und alle anderen Karosserie-An- und Einbauten

Alle Folgen findet ihr auf der Podcast-Seite.

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